Helferkreis Asyl Erdweg
Helferkreis Asyl Erdweg

Haimhausen holt sich den Integrationscup

 

Wieder herrschten gute Stimmung und großer sportlicher Ehrgeiz beim Integrations-Cup, der zum zweiten Mal Ende Juli 2017 vom Erdweger Helferkreis Asyl ausgerichtet wurde. Dieses Jahr traten beim Fußballturnier, zu dem alle Flüchtlinge des Landkreises eingeladen worden waren, zwölf Mannschaften gegeneinander an, um den vom Landrat Löwl gestifteten Pokal zu gewinnen. Als Sieger ging das Team aus Haimhausen hervor, das bei einem beinahe nicht enden wollenden Achtmeterschießen die Partie gegen den zweiten Finalisten Karlsfeld knapp für sich entscheiden konnte. Der Wanderpokal, über den sich zuletzt die Mannschaft aus Odelzhausen freuen durfte, wird nun graviert und soll im nächsten Jahr wieder verteidigt werden.

 

Fahrradwerkstatt im JUZ eröffnet

Nachdem die letzten Arbeiten im Keller des Jugendzentrums (JUZ) im alten Bahnhofsgebäude von Erdweg im Frühjahr 2017 beendet worden sind, konnte dort eine Fahrradwerkstatt eröffnet werden. Ein Raum wurde als Werkstatt eingerichtet und mit einem Vorrat an Ersatzteilen bestückt, sodass dort nun Fahrräder repariert werden können. Dafür wurde das ehemalige Getränkelager im Keller des JUZ ausgeräumt und Asylbewerber halfen gemeinsam mit einheimischen Jugendlichen, den Räumlichkeiten einen neuen Farbton zu geben. Die Kosten für die Ausstattung mit Werkzeug und Ersatzteilen wurden aus dem Etat des Gemeindejugendpflegers gedeckt, besorgt wurde das Material größtenteils beim örtlichen Fahrradfachgeschäft Pitschi & Flamensbeck. Mit der Werkstatt soll den einheimischen Jugendlichen und sozial Schwachen wie Arbeitssuchenden, Senioren oder Alleinstehenden mit Kindern die Möglichkeit geboten werden, ein defektes Rad reparieren zu lassen oder dieses unter Anleitung selbst herzurichten. Auch die in der Gemeinde lebenden Flüchtlinge, von denen die meisten auf Fahrräder angewiesen sind, werden damit gezielt angesprochen. Betreut wird die Werkstatt ehrenamtlich von Thomas Schmacht vom Helferkreis Asyl, für die Reparatur fallen nur die Materialkosten an (Spenden sind willkommen). Es sind in der Werkstatt auch regelmäßige Workshops geplant, bei denen gezeigt wird, wie man ein defektes Rad wieder flott bekommt oder wie ein verkehrssicheres Fahrrad ausgestattet sein muss.

Rhythmischer Advent

Eine Adventsfeier der etwas anderen Art feierte der Helferkreis Asyl Erdweg zusammen mit den von ihm betreuten Flüchtlingen im Pfarrzentrum. Nach der Begrüßung durch die Leiterin Monika Sedlatschek und Bürgermeister Georg Osterauer wurde bald zu Trommeln gegriffen, die Heidi Eberhardt von der Trommelschule in Schwabhausen mitgebracht hatte. Nicht nur die Afrikaner, sondern auch Syrer, Afghanen und die Helfer versuchten sich in rhythmischen Klängen. So entstand eine Musik, die – einmal anders als bei Weihnachtsfeiern üblich – zum Mitklatschen und Mittanzen animierte. Verköstigt wurde die Gesellschaft mit einem afrikanischen Reisgericht, das ein Flüchtling für alle zubereitet hatte. Es war bereits das dritte Mal, dass der Helferkreis zur Adventsfeier geladen hatte, um gemeinsam mit den Flüchtlingen schöne Stunden zu verbringen.

Integrationscup 2016: Ein Fußballfest der Flüchtlinge

Bunte Trikots, unterschiedliche Hautfarben und ein goldener Pokal – was nach großem internationalen Turnier klingt, fand am 23. Juli 2016 in der Gemeinde Erdweg auf dem Bolzplatz von Kleinberghofen statt. Der Helferkreis hatte ein Fußballereignis auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen konnte: Zwölf Flüchtlingsmannschaften aus dem gesamten Landkreis Dachau traten gegeneinander an, um den ersten Integrationscup zu absolvieren. „Wir mussten fünf Mannschaften sogar absagen, so groß war der Zuspruch“, sagte Daniela Obert, die die Idee zum Turnier hatte und zusammen mit einem fleißigen Team die Organisation übernahm. Als ehrenamtliche Helferin weiß sie, dass Fußball die meisten der jungen Flüchtlinge interessiert und viele selber regelmäßig kicken. „Das Turnier wollte ich schon letztes Jahr ausrichten, aber es war schwieriger, als ich dachte, einen geeigneten Platz für die Austragung zu finden. Ohne die Unterstützung des Tennsiclubs Kleinberghofen wäre es nicht gegangen“, meinte Obert dankbar. Ludwig Ostermair, 1. Vorstand des TCK, hatte von den Plänen erfahren und erklärte sich gleich bereit, dem Helferkreis das Vereinsheim neben dem Bolzplatz zur Verfügung zu stellen. So war es möglich, den vielen Gästen und Teilnehmern Essen auszugeben und die sanitären Einrichtungen zu nutzen. Die Speisen wurden zum großen Teil von den Helferkreisen und Flüchtlingen gespendet, für gute Stimmung am Rande des Spielfelds sorgte mit einem internationalen Musikmix DJ Olli aus Kleinberghofen.

Doch im Mittelpunkt standen natürlich die Sportler, die mit großem Eifer und Teamgeist auf dem Platz kämpften. Die Mannschaften aus den Flüchtlingsunterkünften waren bunt gemischt – Syrer und Afghanen, Nigerianer und Senegalesen, Pakistani und viele andere Nationalitäten gaben ihr Bestes, um den goldenen Pokal zu gewinnen. Die Verständigung auf dem Platz funktionierte mehrsprachig, gecoacht wurde vom Spielfeldrand aus durch Mitbewohner und zwei professionelle Schiedsrichter hatten ein Auge darauf, dass alles nach Regeln und fair ablief. Am Ende standen die glücklichen Sieger fest: Die Mannschaft aus Odelzhausen, die das Finale im Elfmeterschießen gegen ein Team aus Altomünster für sich entschied, nahm freudestrahlend den Pokal entgegen, den Landrat Stefan Löwl als Schirmherr gestiftet hatte. Von ihm sowie vom Erdweger Bürgermeister Osterauer kam auch eine Geldspende für das Turnier, genauso wie von der Erzdiözese München-Freising.

Begonnen hatte die Veranstaltung mit einer Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufs in München. Die Teilnehmer und Gäste standen noch ganz unter dem Eindruck der Geschehnisse am Vorabend. „Heute morgen wäre ich am liebsten zuhause geblieben. Aber wir dürfen gerade jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken. Vor dem Hintergrund der großen Gewaltbereitschaft, die zurzeit herrscht, ist es doch umso wichtiger, schöne, gemeinsame Erlebnisse zu schaffen. Nur so werden wir auf Dauer friedlich zusammenleben können“, meinte ein Helfer. Und der Integrationscup wird allen als ein solches Erlebnis in Erinnerung bleiben. „Es schreit nach Wiederholung“, sagte Obert erschöpft, aber rundum zufrieden am Abend, nachdem alles wieder aufgeräumt und die letzten Gäste gegangen waren. Für das nächste Jahr werden schon Pläne geschmiedet.

Erdweg – bunt und musikalisch

Von seiner bunten und musikalischen Seite zeigte sich Erdweg am 5. Juni 2016 bei einem Benefizkonzert, zu dem der Pfarrverband geladen hatte. Die Veranstaltung wurde von der Erzdiözese München-Freising angeregt, sie hatte Ende des vergangenen Jahres an Pfarreien und Pfarrverbände die Bitte herangetragen, ein Konzert für die Flüchtlingshilfe durchzuführen. Verschiedene Gesangs- und Instrumentalgruppen aus der Gemeinde sowie eine Orffgruppe der Grundschule Erdweg sorgten für einen kurzweiligen Abend mit unterschiedlichen Darbietungen. Auch Asylsuchende aus Afrika, Syrien und Afghanistan standen auf der Bühne. Sie hatten gemeinsam mit der „Unterweikertshofer Singgruppe“ ein Gesangsstück einstudiert, darunter den Gospel-Song „He’s got the whole world in his hand“, den andere Gruppen mit Rhythmus-Instrumenten spontan unterstützten. Es zeigte sich wieder einmal, dass Musik keine Grenzen kennt und alle Menschen der Erde verbinden kann.

Der Abend war von großer Vielfalt, spürbarer Harmonie und einem besonderen Wohlwollen geprägt, was sich nicht nur im Beifall nach den einzelnen Stücken äußerte. Mit einem gemeinsamen Gesang, dem Dank von Pfarrverbandsrats-Vorsitzenden Andreas Maier und dem Lied „Alle Völker, alle Sprachen“, lautstark unterstützt durch Klanginstrumente aus Afrika und Südamerika, endete das abwechslungsreiche, weltumspannende Programm. Der Spendenerlös des Abends von gut 1.200 Euro geht an „Alveni“, dem Caritas-Sozialdienst für Geflüchtete in München.

 

Tiere statt Zahlen:

Wie ein Flüchtling aus Nigeria zur Eisenhofer Landwirtschaft kam

Eigentlich ist Olawale Lehrer für Rechnungswesen. Doch durch Zufall hat es sich ergeben, dass er nun regelmäßig auf dem Bauernhof vom Reindl Toni in Eisenhofen kräftig mithilft. Olawale, den die Reindls einfach „Wale“ nennen, lebt seit Herbst 2014 in der Asylbewerberunterkunft der Gemeinde Erdweg. Sein Asylverfahren ist noch nicht abgeschlossen und es ist ungewiss, ob er in Deutschland bleiben darf. In seiner Heimat Nigeria, wo er als Christ unter Verfolgung durch Islamisten litt und schließlich fliehen musste, hatte er nichts mit Tieren oder Ackerbau am Hut. Doch hier ist er nun in die neue Aufgabe hineingewachsen und hat die Landwirtschaft für sich entdeckt. Und auch der Bauer in Eisenhofen ist froh, eine zuverlässige Kraft, die immer und überall mit anpackt, gefunden zu haben. Der Bayerische Rundfunk hat nun in einer Radio-Reportage darüber berichtet, wie es beiden Seiten mit der neuen Erfahrung ergeht. Nachzuhören unter: http://br.de/s/2HRtNhw

Verwöhnte Helfer

„Jetzt sind wir mal dran!“, beschlossen die jungen Männer in der Asylbewerberunterkunft und bekochten an einem Abend die Ehrenamtlichen des Helferkreises Erdweg mit köstlichen Speisen aus ihrer Heimat. „Ihr helft uns immer – nun ist es an der Zeit, einmal ausgiebig Danke zu sagen.“ Und das ist den Flüchtlingen gelungen: Mit unterschiedlichsten arabischen Speisen – von Kichererbsenmus bis Hähnchenschenkel aus dem Ofen und „Alles-Salat“ – wurden die Helfer verwöhnt. „Dass die jungen Männer so gut Kochen können, ist toll! Da kann sich so mancher deutsche Mann eine Scheibe von abschneiden“, meinte eine Helferin augenzwinkernd. Ein Ausschnitt aus der typisch syrischen Küche kam in üppigen Mengen – ganz der arabischen Gastfreundschaft entsprechend – auf den Tisch. Anschließend wurde noch gemütlich zusammengesessen. Natürlich waren auch wieder Briefe von Ämtern und Fragen zum Asylverfahren Thema – aber alles in allem war der Abend doch anders als der übliche Flüchtlingshelfer-Alltag.

Aus den eigenen Reihen: Flüchtlingspaten helfen bei der Integration

Die Integration der Geflüchteten in Deutschland ist die große Aufgabe der nächsten Jahre. Nun wird ein neues Patenschaftskonzept entwickelt, mit dem Flüchtlinge, die bereits länger in Deutschland leben, Neuankömmlingen bei der Integration helfen sollen. Die Idee kam von einem Mitglied des Erdweger Helferkreises und wird derzeit in einer Münchner Firma getestet. Als Basis dient dabei das firmeninterne Patenschaftskonzept, das sich bei der Ausbildung bereits bewährt hat: Jedem Azubi und neuen Mitarbeiter wird ein Pate zur Seite gestellt, der bei den ersten Schritten begleitet und beim Einleben in das Unternehmen hilft. Dieses Konzept wird nun übertragen auf die Integration von Flüchtlingen in die deutsche Gesellschaft. Zwei Praktikanten aus Sierra Leone, die seit Herbst 2014 in der Erdweger Flüchtlingsunterkunft leben, entwickeln derzeit das Programm. Einen Bericht dazu gibt es hier: http://kurzlink.de/Patenschaft

CSU-Landtagsfraktion berichtet über den Helferkreis Asyl Erdweg

Im Online-Magazin der CSU-Landtagsfraktion "Herzkammer" ist ein ausführlicher Bericht über den Helferkreis Asyl Erdweg erschienen. Der Bericht ist abrufbar unter www.herzkammer.bayern/content/auf-guads-mitanand

Olé, olé: Ausflug in die Allianz Arena

Ein Highlight des Jahres 2015 war der gemeinsame Ausflug der Helfer und Asylbewerber zu einem Spiel des TSV 1860 München in die Allianz Arena. Finanziert wurde der Ausflug aus dem Erlös vom Verkauf bei der Erdweger Kunst- und Handwerksmesse Hand & Werk. Dort hatten die Asylbewerber selbst angefertigte Basteleien an einem eigenen Stand verkauft. Zur Freude der Erdweger endete das Spiel mit einem Sieg der 60er über den FC St. Pauli. Die Stimmung war großartig und die Asylbewerber waren beeindruckt vom Stadion.

Eine gemeinsame Adventsstunde für Flüchtlinge und Helfer

Mehr Gäste als erwartet kamen zu einer besinnlichen Adventsfeierstunde, die der Helferkreis im Wirtshaus am Erdweg im Dezember 2015 ausgerichtet hatte. Zum Jahresausklang hatte der Helferkreis neben den Helfern und Flüchtlingen auch die vielen Unterstützer, die die ehrenamtliche Arbeit mit zahlreichen Spenden unterstützt hatten, eingeladen. Ein klassisches Trio stimmte zunächst mit weihnachtlichen Stücken von Haydn, Corelli und Cornelius ein, anschließend bedankte sich Bürgermeister Georg Osterauer bei den Ehrenamtlichen, ohne die die Herausforderung der Flüchtlingsunterbringung nicht zu meistern wäre. Monika Sedlatschek, Leiterin des Helferkreises und dritte Bürgermeisterin, gab einen Rückblick auf die letzten zwei Jahre. Der Helferkreis könne stolz auf das Erreichte sein, allen voran das Angebot der Deutschkurse und die Vermittlung der jungen Männer in Berufsschule und Arbeit, betonte Sedlatschek. Maria Braun, stellvertretende Leiterin, gab einen ganz persönlichen Rückblick in Form eines selbstgeschriebenen Gedichts. Bei den folgenden Weihnachtsliedern sangen die Asylbewerber fleißig auf Deutsch und sogar Bairisch mit. Ein Nigerianer verblüffte die Anwesenden, als er textsicher „Es wird scho glei dumper“ intonierte. Zu den Gästen zählten auch der Erdweger Pfarrer Marek Bula sowie Pfarrer Josef Mayer, der zur Verköstigung etwas Herzhaftes von der Petersberger Küche mitgebracht hatte. Vor dem Fest hatten die Flüchtlinge Gelegenheit, sich die Krippenausstellung im Pfarrzentrum Erdweg anzusehen. „Jesus gilt als wichtiger Prophet im Islam, was uns die gemeinsamen Wurzeln der Weltreligionen vor Augen führt. Wie wir an Jesu Geburt denken, indem wir zum Beispiel an Weihnachten eine Krippe aufstellen, hat die muslimischen Flüchtlinge sehr interessiert“, sagte Renate Ostermeier vom Helferkreis, die einige Asylbewerber durch die Ausstellung geführt hatte.

Neue Webseite zum Thema Asyl im

Landkreis Dachau online

"Wie lange dauert ein Asylverfahren? Was bekommt ein Asylbewerber an Unterhalt bezahlt? Haben Asylbewerber eine Putzfrau?" diese und noch viel mehr Fragen stellen sich zahlreiche Bürger. Um zur Aufklärung rund um die Themen Flüchtlinge und Asyl beizutragen, haben die Helferkreise des Landkreises Dachau zusammen mit der Caritas Asylsozialberatung nun eine umfassende Webseite auf den Weg gebracht. Die Plattform ist dazu gedacht, aktuell und umfassend über das Thema Asyl zu informieren. Sie soll außerdem den Helferkreisen die Möglichkeit bieten, sich noch besser miteinander zu vernetzen. Neben neuesten Nachrichten aus dem Landkreis sowie nützlichen Adressen ist vor allem der Fragen-Antwort-Katalog eine hilfreiche Informationsquelle für alle, die sich aktiv in der Flüchtlingshilfe engagieren oder sich für das Thema interessieren. Die Webseite ist zu finden unter www.asyl-landkreis-dachau.de

Ein gelungenes Sommerfest

Recht windig, aber dennoch sehr gut besucht war das Sommerfest, das der Helferkreis zusammen mit den Erdweger Flüchtlingen ausgerichtet hat. „Wir sind positiv überrascht, dass so viele Bürger vorbeigeschaut haben“, resümierte die Leiterin des Helferkreises, Monika Sedlatschek. Viele Interessierte kamen, um die Unterkunft an der Arnbacher Straße, in der derzeit 50 Asylbewerber leben, zu besuchen und die Bewohner persönlich kennen zu lernen. „Man wird ja ständig in den Medien mit dem Thema konfrontiert, jetzt wollte ich selber sehen, wie ein Flüchtling hier bei uns untergebracht ist“, sagte ein Erdweger Bürger. Er freute sich, dass ihn einige Bewohner mit „Servus!“ begrüßten. „So sind wir auch ganz schnell ins Gespräch gekommen.“ Die Helfer und Asylbewerber hatten für die Gäste ein buntes Programm auf die Beine gestellt – von Geschicklichkeitsspielen über eine russische Musikgruppe bis zu Trommeln für Groß und Klein. Außerdem gab es viel Kulinarisches: Unter anderem hatten die Flüchtlinge aus Syrien in einer Nachtschicht 400 Fladenbrote gebacken, afrikanische Spezialitäten wurden ebenfalls zubereitet. Der Helferkreis steuerte jede Menge Salate bei und es wurde gegrillt. Der Erdweger Bürgermeister Georg Osterauer bedankte sich bei den Ehrenamtlichen mit einer kleinen finanziellen Spende und fügte hinzu: „Ohne euch ginge es nicht.“ Pfarrer Marek Bula zählte zusammen mit Kaplan Paul und Priester Peter aus Nigeria, der gerade zu Besuch in Erdweg ist, ebenfalls zu den Gästen. Die Flüchtlinge selbst genossen den Tag. Beim Aufräumen meinte ein junger Mann aus Eritrea: „Ein tolles Fest – Deutschland ist so schön!“

Flüchtlinge als Festivalmacher

Im Juni hat das Projekt Kino Asyl gestartet. Kino Asyl ist ein Filmfestival, bei dem 15 Asylbewerber, darunter drei aus Erdweg, als Kuratoren mitwirken dürfen. Die jungen Flüchtlinge haben mit diesem Projekt die Möglichkeit, sich und ihre Heimat vorzustellen. Beim Festival, das am 6., 7. und 8. Dezember in München stattfinden wird, werden Filme aus den Herkunftsländern zu sehen sein, die die Asylbewerber selbst im Vorfeld aussuchen. In der Vorbereitungsphase erhalten die Flüchtlinge in Workshops Einblicke in die Pressearbeit und Organisation eines Festivals, dabei werden sie durch Fachleute betreut. Unter anderem fertigen sie selbst Pressetexte sowie Werbematerial an und gestalten einen Trailer. Veranstalter ist das Medienzentrum München des Jugend Film Fernsehen e.V. (JFF). Weitere Infos gibt es unter www.kinoasyl.de.

Asylbewerber gestalten Windlichter für das Erdweger Wirtshaus

Mit Fleiß, Ausdauer und Geschick haben fünf Erdweger Asylbewerber Windlichter mit bunten Mosaikmustern verziert. Angeleitet wurden sie dabei von der Künstlerin Gesa Blaas, die die Idee zu dieser Aktion hatte und die jungen Männer in ihr Atelier in Schwabhausen einlud. „Es ist schön, einmal etwas Kreatives machen zu können“, freute sich einer der Asylbewerber über die willkommene Abwechslung. Die Windlichter werden in Zukunft in den Abendstunden auf den Tischen des „Wirtshauses am Erdweg“ bunt leuchten, als Dank hat Wirt Hubert Ekl den Flüchtlingen ein Essen spendiert.

Dachauer Helferkreise mit Ehrenamtspreis ausgezeichnet

Im Juni 2015 wurde eine Gruppe von elf Dachauer Helferkreisen mit dem von der Bayerischen Versicherungskammer ausgelobten Ehrenamtspreis ausgezeichnet. Der Preis würdigt herausragende ehrenamtliche Leistungen, das Preisgeld beträgt 5.000 Euro. Vor einem Jahr hatte die Leiterin des Altomünsterer Helferkreises, Brigitte Burger-Schröder, die Idee, sich zusammen mit den damals aktiven Flüchtlingshelfer-Gruppen im Landkreis zu bewerben. Auch der Helferkreis Asyl Erdweg freute sich nun über die Anerkennung und seinen Anteil am Preisgeld, das er für nötige Anschaffungen für die Asylbewerber einsetzen wird. Überzeugt war die Jury von der unternehmerischen Ausrichtung der Helferkreise. Aufgabenbereiche wie Sprachförderung, Unterstützung bei Behördengängen oder der Arbeitssuche sind klar definiert und die Hilfe kann daher gezielt umgesetzt werden. Darüber hinaus leisteten die Helferkreise durch die Begleitung der Flüchtlinge im Alltag wichtige Integrationsarbeit.

Helferkreis hilft Helferkreis

Mit einer Kiste Äpfel als Gastgeschenk für die Asylbewerber bedankte sich der Bürgermeister von Kranzberg, Hermann Hammerl, beim Erdweger Helferkreis Asyl, der den Kranzberger Gemeinderat zur Besichtigung der Asylbewerberunterkunft am 12. Juni eingeladen hatte. Vor Kurzem ist beschlossen worden, dass die Gemeinde Kranzberg (Landkreis Freising) Asylbewerber aufnehmen wird. Anzahl und Standort stehen zwar noch nicht fest, doch es ist dem Bürgermeister und seinen Mitarbeitern wichtig, sich schon im Vorfeld über die Unterbringung von Flüchtlingen eingehend zu informieren. Da der Erdweger Helferkreis schon viel Erfahrung in der Flüchtlingshilfe sammeln konnte, bieten Monika Sedlatschek und Evi Röthig mittlerweile regelmäßig Info-Tage zum Thema an, um das Wissen weiterzugeben. Nach der Besichtigung der Containeranlagen fanden noch anregende Gespräche im Wirtshaus statt. „Bei uns ist der Helferkreis erst im Entstehen. Es macht Mut, wenn man sieht, wie gut es woanders bereits funktioniert“, äußerte sich eine Gemeinderätin und bedankte sich für die zahlreichen Tipps, die sie für die neue Aufgabe aus dem Treffen mitnehmen konnte.

Pfarrer Obielu aus Nigeria zu Besuch in Flüchtlingsunterkunft

Am 23. April 2015 empfingen die Asylbewerber in Erdweg Pfarrer Clement Obielu. Pfarrer Obielu wuchs in Amiyiy auf, einem kleinen Dorf im Süden Nigerias, und lebt seit mehreren Jahren in Markt Indersdorf. Zahlreiche Flüchtlinge nahmen an diesem Gesprächsnachmittag, der vom Helferkreis Asyl organisiert worden war, mit regem Interesse teil. Nicht nur Flüchtlinge aus Nigeria, sondern auch aus anderen afrikanischen Staaten und aus Syrien tauschten sich mit dem Geistlichen aus, der in der Seelsorge im Pfarrverband Petershausen-Weichs-Vierkirchen mitarbeitet. Obielu erzählte zunächst, wie er den Weg nach Deutschland gefunden hat, und wollte anschließend von den Asylbewerbern wissen, was sie zur Flucht gezwungen hat. Vor allem die Flüchtlinge aus Nigeria waren erfreut, sich mit einem Landsmann austauschen zu können. Da in Nigeria über 500 verschiedene Sprachen gesprochen werden, fand die Unterhaltung vor allem auf Englisch, der nigerianischen Amtssprache, statt. Mit Freude stellte schließlich einer der Asylbewerber fest, dass er in der Nähe von Pfarrer Obielus Heimatdorf aufgewachsen ist.

Kochkursauftakt mit Kaiserschmarrn

Emsiges Treiben herrschte in der Gemeinschaftsküche der Asylbewerberunterkunft, als am 22. April 2015 ein Kochkurs für die Flüchtlinge stattfand. Der Helferkreis hatte die Idee, den Flüchtlingen – allesamt junge Männer – einige Rezepte aus der hiesigen Küche nahezubringen. Gestartet wurde mit Kaiserschmarrn, dazu gab es selbstgemachtes Apfelmus. Der Bioland-Hof Schmid in Walkertshofen hatte 90 Eier gespendet, Äpfel steuerten Mitglieder des Helferkreises bei. Kaiserschmarrn war für die Männer aus Syrien, Sierra Leone, Somalia und anderen afrikanischen Staaten bisher unbekannt, doch nach anfänglicher Skepsis wurde das gemeinsam gekochte Gericht probiert – und schmeckte allen ausgezeichnet. Der Kochkurs soll nun einmal im Monat stattfinden.

Hand & Werk 2015: Großer Andrang beim Verkaufsstand der Asylbewerber

Bei der Erdweger Messe Hand & Werk, die wieder am 8. März 2015 in der alten Turnhalle stattfand, wurden auch Handwerksarbeiten von unseren Flüchtlingen verkauft. Neben den selbstgebastelten Instektenhotels waren vor allem die Traumfänger der Renner. Sie bestehen aus einem geflochtenen Netz, das mit verschiedenen Gegenständen dekoriert und über dem Schlafplatz aufgehängt wird. Der Kult besagt, dass die schlechten Träume im Netz hängenbleiben und von der Morgensonne neutralisiert werden. Die guten Träume dagegen schlüpfen hindurch. Im Vorfeld der Messe haben einige Flüchtlinge über 50 Traumfänger gebastelt und schließlich beinahe alle verkauft. Eine Trommelgruppe hat für musikalische Hintergrundrhythmen gesorgt. Mit dem eingenommenen Geld aus dem Verkauf will der Helferkreis einen gemeinsamen Ausflug organisieren.

Asylothek eröffnet!

Im März 2015 hat der Helferkreis in einem der Container eine Bücherei die "Asylothek" eröffnet. Mittels Spenden wurden rund 300 Bücher zusammengetragen. Den Asylbewerbern stehen nun englisch-, französisch- und arabischsprachige Romane zur Verfügung, außerdem wurden Deutsch-Wörterbücher für die Sprachen Arabisch, Persisch, Englisch, Französisch und Amharisch zusammengetragen. Die Bibliothek wird laufend erweitert und bietet den Flüchtlingen die Möglichkeit, ihre Zeit auch einmal mit einem Buch zu verbringen.

Christkindl-Anschießen in Erdweg

Das traditionelle Christkindl-Anschießen der Böllerschützen von Eisenhofen, das am 24. Dezember 2014 zum 20. Mal in Erdweg stattfand, zog auch ein paar syrische und afrikanische Flüchtlinge an. Der Helferkreis hatte die Asylbewerber in der Unterkunft an der Arnbacher Straße vorab mit mehrsprachigen Aushängen vor den Böllerschüssen gewarnt. Der Brauch des Anschießens ist vor allem im alpenländischen Raum beheimatet und in Afrika oder im Nahen Osten völlig unbekannt. Vor allem die Syrer blieben recht unbeeindruckt von dem Lärm, der diese Veranstaltung mit sich bringt: „Es klingt wie zu Hause, wenn die Bomben fallen und geschossen wird.“ Die Flüchtlinge verfolgten die Veranstaltung mit großem Interesse und ließen sich diesen Brauch genau erklären.

Flüchtlinge zu Besuch im Erdweger Kindergarten St. Paul

Mit weihnachtlichen Liedern begrüßten die Kinder des Kinderhauses St. Paul in Erdweg am 23. Dezember 2014 sieben Flüchtlinge aus Afrika, die seit November in der Asylbewerberunterkunft an der Arnbacher Straße wohnen. Das Kinderhaus spendete Kaffee, Tee und Plätzchen. Nachdem die erste Scheu überwunden war, trauten sich einige Kinder, den Asylbewerbern Fragen zu stellen. Bei der Übersetzung half ihnen ein Dolmetscher. Die Kinder interessierte vor allem, woher die jungen Männer kommen und wie sie heißen. Ein Kind wollte wissen, ob es in der Flüchtlingsunterkunft einen Fernseher gibt. Monika Sedlatschek, Leiterin des Helferkreises, bedankte sich abschließend beim Kinderhaus-Team, das das Treffen angeregt hatte. Bevor die Asylbewerber wieder in ihre Unterkunft zurückkehrten, überreichten ihnen die Kinder kleine Pakete, die die Eltern gespendet hatten.

Vorweihnachtliches Begrüßungsfest

Dicht an dicht standen Bewohner und geladene Gäste in der Asylbewerberunterkunft in Erdweg, als dort am 19. Dezember 2014 ein vom Helferkreis Asyl und der Gemeinde organisiertes Begrüßungsfest für die Flüchtlinge stattfand. „Wir können Ihnen zwar Ihre Heimat nicht ersetzen, aber dazu beitragen, dass Sie sich während Ihres Aufenthalts bei uns willkommen und ein klein wenig zuhause fühlen“, begrüßte der 1. Bürgermeister Georg Osterauer die Asylbewerber. „Wer in seinem Heimatland um Leib und Leben fürchten muss, hat ein Recht auf Solidarität und Hilfe.“ Osterauer nutzte die Gelegenheit, sich auch besonders bei der 3. Bürgermeisterin Monika Sedlatschek zu bedanken, die den Helferkreis Asyl leitet und zusammen mit vielen Ehrenamtlichen durch ihre Arbeit die Integration der neuen Mitbürger aus aller Welt in der Gemeinde vorantreibt.

Ein Trio aus zwei Violinen und einem Cello sorgte für den musikalischen Rahmen des Festes, zu dem neben den Flüchtlingshelfern der Gemeinderat und Anton Kreitmair (MdL) geladen waren. Nach einer kurzen Auftauphase griffen auch die Flüchtlinge zu den vom Helferkreis mitgebrachten Trommeln und begleiteten das klassische Trio mit afrikanischen Klängen. Für das leibliche Wohl sorgte das neue Pächterpaar Ekl vom „Wirtshaus am Erdweg“, das Suppe und Kanapees spendierte. „Natürlich ohne Schweinefleisch. Wir haben extra darauf geachtet, dass auch Muslime alles essen können“, sagte Karin Ekl, die sich freute, etwas zum Fest beitragen zu können. Eine freudige Überraschung war auch eine Spende über 1.000 Euro, gesammelt von Mitarbeitern der Firma Thorlabs aus Dachau, die dem Helferkreis für Anschaffungen von Inge Kabert übergeben wurde.

Zum Abschluss wurden alle Asylbewerber mit selbstgehäkelten Mützen, gefüllt mit Schokolade, Orangen und Nüssen, beschenkt. Das Fest fand seinen Ausklang am Feuerkorb vor der Unterkunft, um den sich einige Flüchtlinge und Helfer bei frischem Westwind versammelten. Während die Erdweger trotz dicker Daunenmäntel froren, hielt es ein Somalier im T-Shirt aus. „Zieh dir doch deine Jacke an, es ist kalt“, bat ihn eine besorgte Helferin. „Heute ist mir nicht kalt, denn heute ist ein guter Tag“, antwortete der Somalier fröhlich und stimmte zusammen mit seinem Zimmergenossen „O Tannenbaum“ ein – auf Deutsch wohlgemerkt.

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